PET/CT Bildgebung

SNM Bild des Jahres 2008

SNM Bild des Jahres 2008

Das vom Universitätsklinikum Policlinico S. Orsola in Bologna, Italien, eingereichte PET/CT-Bild wurde mit Gallium-68-DOTA-NOC aufgenommen. Dieser PET-Tracer bindet an Somatostatin-Rezeptoren, die in neuroendokrinen Tumoren stark vorhanden sind. Bei der Untersuchung sollte herausgefunden werden, ob der Patient an zusätzlichen Erkrankungen leidet. Die Ausdehnung der Erkrankung wurde durch eine verdächtige Läsion im linken Ohr sowie durch die Streuung des Tumors in einen Lymphknoten des Halses deutlich. Dies ist erkennbar an den hellgrün dargestellten Hyperintensitäten links an der 3D CT-Schädelaufnahme des Patienten. Der Patient wurde wenige Monate nach einer Operation zu einem Restaging überwiesen.


Restaging eines neuroendokrinen Tumors mit 68Ga-DOTA-NOC PET-CT.

SNM Image of the Year 2008

Verdacht auf Rezidiv eines NET am linken Ohr. PET bestätigte das lokale Rezidiv und die Lymphknotenbeteiligung.


SNM Image of the Year 2008

Untersuchungdatum: 10. April 2007 Autoren: Stefano Fanti, Paolo Castellucci, Valentina Ambrosini, Paola Tomassetti, GianCarlo Montini, Vincenzo Allegri, Domenico Rubello, Cristina Nanni, Roberto Franchi.
Einrichtung: Azienda Ospedaliero-Universitaria di Bologna, Policlinico S.Orsola-Malpighi.



Diese Studie ist ein Beispiel für den Einsatz der Somatostatin-Rezeptor-PET bei der Beurteilung von Patienten mit neuroendokrinen Tumoren (NET). NET sind anormale Neoplasmen mit Überexpression von Somatostatin-Rezeptoren an der Zelloberfläche: Dieses Merkmal konnte erfolgreich durch nuklearmedizinische Techniken, wie z. B. einer In-111-Pentetreotid-Szintigraphie, diagnostiziert werden. Vor kurzem wurden Somatostatin-analoge Peptide zur Markierung von Positronenemittern entwickelt. Und zusätzlich begannen wir im Jahre 2006 mit der Verwendung von 68Ga-DOTA-NOC bei der PET-Bildgebung von NET.

Dieser Fall kam zu uns zwecks Restaging eines neuroendokrinen Tumors im linken Mittelohr. Der junge Patient war wenige Monate zuvor operiert worden; bei herkömmlichen Aufnahmen (einschließlich CT und MR) zeigte sich der Verdacht auf ein lokales Rezidiv. Die PET-CT bestätigte das lokale Rezidiv, zeigte jedoch zusätzlich die Beteiligung der Lymphknoten, so dass von einem erneuten Eingriff abzusehen war. Der Befund wurde anschließend mittels CT bestätigt, und der Patient für eine systemische Behandlung angemeldet.

Der Scan wurde auf einem speziellen PET-CT-Tomographen (GE Discovery) aufgenommen. Dem Patienten wurden 185 MBq 68GA-DOTA-NOC injiziert, das wir in unserer Radiopharmazieabteilung selbst herstellen. Die Uptake-Zeit dauerte etwa 70 Minuten.

Ich denke, dass dieser Scan die klinische Bedeutung der PET-CT und anderer Tracer als F-18-FDG in der Onkologie unterstreicht. F-18-FDG wird bei mehr als 90 % der PET-Untersuchungen weltweit eingesetzt und bleibt der am meisten verwendete Tracer. Jedoch wurden in den letzten Jahren einige andere Tracer eingeführt, von denen einige bereits eine Rolle in der klinischen Onkologie spielen. Leider sind darunter nur wenige von wirtschaftlichem Interesse (aufgrund der schlechten Transportmöglichkeiten und der hohen Kosten für die Registrierung). Deshalb beschränkt sich deren Verwendung bisher nur auf akademische Einrichtungen hauptsächlich in Europa.

Die Anerkennung als Autoren des Bild des Jahres bedeutet uns wirklich sehr viel. Wir haben das Feld der PET erst vor knapp einem Jahrzehnt betreten, aber dank des Einsatzes aller Mitarbeiter konnten wir uns schnell weiterentwickeln, sowohl bei der Durchführung der Untersuchungen (wir erwarten für 2008 mehr als 9.000 durchgeführte Scans) als auch in der Forschung (in den letzten Jahren veröffentlichten wir mehr als 40 wissenschaftliche Papiere). Diese Anerkennung ist für uns Anlass, unsere Bemühungen fortzusetzen, besonders auf dem Gebiet der innovativen Tracer, das für uns noch immer im Mittelpunkt steht: Im September wird eine internationale Konferenz zu diesem Thema in Bologna stattfinden.