Digitale Stereotaxie

Stereotaxie

Informationen über Stereotaxie

Die innovative Lösung des Senographe DS Interventionell und seiner speziellen Biopsieliege ermöglichen einen optimalen und rationalen Einsatz aller verfügbaren Ressourcen. Der Untersucher kann so ein Biopsieverfahren höchster Qualität durchführen und danach sofort seinen Diagnoseprozess fortsetzen. Das ist um so leichter, da er in dieser Systemlösung auch über die Multimodality-Workstation Seno Advantage verfügt.

Was ist eine Biopsie?

Was ist eine Biopsie?

Eine Biopsie ist die Entnahme einer Gewebeprobe für eine histologische diagnostische Untersuchung an einem lebenden Organismus. Es ist eine bevorzugte Methode für die Bestimmung der Benignität oder Malignität eines Tumors.
Im Falle, dass die Läsionen im Ultraschallverfahren sichtbar sind, verläuft der Eingriff echographisch. Aber im Falle einer rein radiologischen Anomalie muss insbesondere dann die stereotaktische Lokalisierungstechnik unter Mammographie angewendet werden, wenn es sich um Mikroverkalkungen handelt.


Was ist eine Stereotaxie?

Die Stereotaxie ist ein Verfahren, um die Position einer potenziellen Läsion in 3 Dimensionen (Koordinaten X, Y, Z) ausgehend von einem radiographischen stereotaktischen Bildpaar zu bestimmen. Die Punktion wird genau an dieser Stelle ausgeführt.


Stereotaxie

Eine erste Aufnahme mit dem Röhrenarm in Position 0°, rechtwinklig zur Detektorebene, ermöglicht den Erhalt der Koordinaten X & Y der Läsion.
Wenn ein Bild derselben Läsion aufgenommen wird, indem man den Röhrenarm in Bezug auf die Detektorebene in eine anderswinklige Position bringt, scheint sich die Läsion auf einer Linie mit der Bezeichnung Epipolarlinie zu bewegen. Die Stereotaxie verwendet ein Paar stereotaktische Bilder, aufgenommen durch Schrägstellung des Röhrenarms mit +15° und –15° in bezug auf eine zur Detektorebene rechtwinklige Linie.
Mit der Messung der Position der Läsion auf jedem der 2 Bilder des stereotaktischen Paars wird es möglich, ihre Position in allen 3 Dimensionen (X, Y, Z) zu berechnen.


Stereotaktische Biopsiearten


Feinnadel-Zytopunktion

Diese Technik stellt ein akzeptables Werkzeug für die Diagnose von palpablen Brustkarzinomen dar. In bezug auf nicht palpable Läsionen waren manche Untersuchungen wegen unzureichender Entnahmen für eine zuverlässige Diagnose nur begrenzt aussagekräftig. Außerdem ist diese Technik für die Diagnose von Mikroverkalkungen nicht sehr effizient.


Mikrobiopsie

Um die Ungewissheiten bezüglich unzureichender Entnahmen mit der Feinnadel-Zytopunktion zu vermindern, wurden in den 90er-Jahren Biopsien unter Verwendung von Instrumenten kleinen Kalibers (21 G bis 16 G) entwickelt. Die Mikrobiopsie ermöglicht eine bessere Sensitivität bei der Diagnose von malignen Läsionen (60 bis 92%).Die Anwendung automatischer Pistolen hat die Qualität der Entnahmen verbessert und gute diagnostische Ergebnisse bei Verdichtungen ergeben. Allerdings haben Untersuchungen eine unzureichende Sensitivität bei Herden von Mikroverkalkungen gezeigt. Die Mikrobiopsie bleibt für die Suche nach einer ganglionären Invasion oder einem verdächtigen Ganglion per Echographie die Methode der Wahl, erfordert allerdings einen im Diagnoseverfahren geübten Zytologen.


Makrobiopsie

Für eine konstante Verbesserung der Sensitivität griffen die Ärzte nach und nach auf die Anwendung einer Nadel mit 14 G (Entnahme von ca. 17 mg Gewebsprobe) zurück, um den Erhalt größerer Probenmengen zu ermöglichen. Die Sensitivität bei der Diagnose von malignen Läsionen beträgt 85 bis 95% und die Spezifität liegt nahe an 100%, allerdings mit Unzulänglichkeiten bei Mikroverkalkungen.


Vakuumgestützte Makrobiopsie

Diese Technik ermöglicht nach der stereotaktischen Lokalisierung die Entnahme von großen zylindrischen Gewebeproben unter Anwendung der Vakuumunterstützung. Man kann Nadelgrößen von 10 G, 11 G oder 8 G (mit jeweiligen Entnahmen von 35 mg, 100 mg und 300 mg) an den verschiedenen marktüblichen Pistolen verwenden. Sie ermöglichen die beträchtliche Verminderung von falsch-negativen Ergebnissen.
Neben den Fortschritten in der Entwicklung der Werkzeuge (Pistole und Nadel), die für die Entnahme verwendet werden, profitierten diese Praktiken von der Einführung digitaler Stereotaxisysteme. Diese verbessern die Präzision bei der Lokalisierung von Läsionen und die Durchführbarkeit des Verfahrens und machen so die stereotaktische Biopsie hinsichtlich der chirurgischen Biopsie zu einer reellen Alternative.


Die Entwicklung der digitalen Stereotaxie-Systeme

Die stereotaktischen Lokalisierungssysteme erfuhren in den letzten Jahren eine signifikante Weiterentwicklung. Heute bieten sich den Radiologen verschiedene Techniken an, um eine Biopsie mit Stereotaxie auszuführen:


1st-Systeme der ersten Generation

  • Lokalisierungssysteme mit 3 Dimensionen in Verbindung mit einem analogen System


Diese Systeme wurden in den 90er-Jahren entwickelt und bewirkten die Anerkennung der Stereotaxie als Alternative zur chirurgischen Biopsie. Sie weisen folgende Merkmale auf:

  • Das Stereotaxiemodul in Verbindung mit dem Mammographiesystem kann nach dem Verfahren entfernt werden
  • Die Patientin ist in Sitzposition
  • Für die Stereotaxie wird eine CCD-Kamera verwendet


2nd-Systeme der zweiten Generation

Um den Zustand der Patientin zu stabilisieren und Bewegungen in Sitzposition zu vermeiden, entwickelten einige Hersteller am Ende der 90er-Jahre eine andere Lösung: Den digitalen Biopsietisch.


Er weist folgende Eigenschaften auf:

  • Der Tisch ist fest montiert und dient ausschließlich Stereotaxi-Eingriffen
  • Die Patientin wird in Bauchlage positioniert
  • Die Röhre und die digitale Aufnahmeebene befinden sich unter dem Biopsietisch. Die Aufnahme der Röntgenstrahlen erfolgt durch eine Phosphorplatte und das Bild wird per Glasfaser in die CCD-Kamera geleitet.


Neueste Systemgeneration

Um die bislang bestehenden Beschränkungen zu überwinden (unzureichende Kontrastauflösung der CCD-Kamera, Zugang zu tiefen Läsionen, Kosten- und Raumanforderungen...) und den Erfordernissen einer hochqualitativen Stereotaxie gerecht zu werden, hat GE Healthcare in Zusammenarbeit mit Radiologen einen neuen Ansatz entwickelt: Den Senographe DS Interventionell mit spezieller Biopsieliege.

Der Senographe DS Interventionell kann für Biopsieverfahren aller Art verwendet werden: mit oder ohne Vakuum-Unterstützung und zur präoperativen Markierung der Position.