Kardiologie Re-imagined

Bildgebung bei einem akuten Schlaganfall mit einem

Bildgebung bei einem akuten Schlaganfall mit einem "schnellen" MR-Protokoll

Klinische Fallstudien mit MR und CT – Bildgebung in der Neurologie
Kundenberichte von William Bailey, DCR, PgC
Leitender klinischer Radiologe für CT/MR, Manchester Royal Infirmary, UK
Fallstudie verfasst in Zusammenarbeit mit Tim Jones, MSc
MR-Experte Nord-Großbritannien, GE Healthcare

Einleitung

Der Schlaganfall stellt nach Krebs und Herzerkrankungen die häufigste Todesursache in Großbritannien dar. Jährlich treten in Großbritannien 150.000 Schlaganfälle und 20.000 transiente ischämische Attacken (TIA oder „Mini-Schlaganfälle“) auf, die das britische Gesundheitswesen (NHS) über 2,8 Milliarden £ kosten2.

85 % der Schlaganfälle werden durch eine Behinderung des Blutflusses im Gehirn verursacht, es handelt sich dabei um ischämische Schlaganfälle. Bei den anderen Fällen handelt es sich um hämorrhagische Schlaganfälle, bei denen es zum Platzen eines Blutgefäßes im Gehirn kommt. Bei beiden Schlaganfallarten kann es zu einer Schädigung des Gehirns aufgrund von Sauerstoffmangel in bestimmten Gehirnbereichen kommen.

Die neue, in Großbritannien entwickelte Schlaganfall-Strategie, die am 5. Dezember 2007 3 veröffentlicht wurde, rät dringend zur Einrichtung von speziellen Stroke Units, in denen Hochrisikopatienten mit TIA innerhalb von 24 Stunden untersucht und behandelt werden können.

Eine schnelle Diagnose und Behandlung können die Auswirkungen eines Schlaganfalls eventuell rückgängig machen und somit die Mortalitäts- und Erkrankungsziffern reduzieren. Durch den Einsatz von Computer-Tomographie (CT) ohne Kontrastverstärkung können Infarkte und Hämorrhagien festgestellt werden, die eine Gegenanzeige für eine thrombolytische Behandlung darstellen. Jedoch hat sich die MRT innerhalb des ersten 6-Stunden-Fensters als dreimal empfindlicher als die CT erwiesen4.

Aufgrund ihrer breiten Verfügbarkeit, Zugänglichkeit und Schnelligkeit wurde die CT zur Hauptuntersuchungsart bei Schlaganfällen. Jedoch gibt es Patientengruppen, bei denen ein CT-Scan normale Befunde aufweist, eine schnelle MR-Untersuchung jedoch eine andere Behandlung bewirken würde, wenn keine Gegenanzeige vorliegt. Nur wenige Zentren sind heute in der Lage, selbst kooperativen Patienten diesen Service zu bieten, da die übliche Untersuchungszeit von etwa 15 Minuten zuzüglich der Patientenvorbereitungszeit bedeutende Verzögerungen beim Terminplan der MRT-Untersuchungen bewirken würde.

Bezugsquellen:
1. Office of National Statistics Health Statistics Quarterly
2. National Stroke Strategy – UK Department of Health, Dez. 2007
3. Ein 10-Jahres-Ziel der britischen Regierung, um eine unverzügliche Versorgung von Schlaganfallpatienten sicherzustellen, in Verbindung mit dem Dokument Stroke and TIA Payments. Es ist zu erwarten, dass die britischen MR-Abteilungen neue Zielvorgaben erhalten werden.
4. Chalela JA et al. 2007 „Magnetic resonance imaging and computed tomography in emergency assessment of patients with suspected acute stroke: a prospective comparison“ Lancet; 369: 293-98


"Schnelles" MR-Protokoll

GE Healthcare ist eine Partnerschaft mit wichtigen klinischen Einrichtungen eingegangen, um ein spezielles 3-Minuten-Protokoll für alle Signa HD-Plattformen zu entwickeln, u. a. für axiale, T2-gewichtete Aufnahmen, koronale FLAIR-Aufnahmen sowie diffusionsgewichtete (DWI)-Aufnahmen.

Ziel dieses Protokolls ist es, dringende TIA-Untersuchungen in einem bereits stehenden Terminplan einer Abteilung einfügen zu können.

Der abkoppelbare Patiententisch ist ein wichtiges Hilfsmittel, da er eine Vorbereitung des Patienten außerhalb des MR-Raumes ermöglicht. Direkt vor der MR-Untersuchung dauert die Vorbereitung nur noch 30 Sekunden.

Die Überweisung zur dringenden MR-Untersuchung erfolgt durch den Arzt in Zusammenarbeit mit dem Schlaganfall-Team. Der Patient wird zunächst einer CT unterzogen; und wenn hier keine Auffälligkeiten gefunden werden, kann eine MRT angefordert werden. Die Verzögerung des MRT-Terminplans ist nur geringfügig, und die Resultate liegen direkt nach der Untersuchung vor.

Die folgenden beiden Fälle demonstrieren den Einsatz dieses Protokolls.


Fallstudie 1

72-jährige Patientin mit Nierenversagen.


CT scan - 6 hours
 
CT scan 2 weeks
 
Axial T2 weighted scan
A   B   C
A. CT-Scan nach 6 Stunden zeigt einen rechts okzipitalen Infarkt mit einem möglichen chronischen links-parietalen Infarkt.
B. CT-Scan 2 Wochen nach dem Ereignis: Verschlechterung der Symptome.
C. Axialer T2-gewichteter Scan zeigt einen Okzipital-Infarkt mit subakuter Hämorrhagie.

Caronal FLAIR
 
Caronal FLAIR
 
 
D   E    
D-E. Koronale FLAIR-Aufnahmen zeigen mehrere Wasserscheiden-Infarkte.

Watershed infarctions
 
Watershed infarctions
 
ADC
F   G   H
F-G. DWI zeigt mehrere Wasserscheiden-Infarkte. Akuter, rechtsseitiger Schlaganfall der mittleren Hirnarterie, durch ADC-Aufnahmen (H-I) bestätigt.

ADC
 
Echo BO DWI
 
 
I   J    
J. Gradientenecho DWI ist bei der Erkennung einer Hämorrhagie sehr nützlich!

Schnelles MR-Schlaganfall-Protokoll

  • Axiale T2 (36 s.) TR 3000 ms / TE 85 ms ETL 21 30 Schichten mit 4 mm Dicke / Abstand 0,5 mm
  • Koronale FLAIR (2:00 Min) TR 7500 ms / TE 107 ms 32 Schichten mit 4 mm Dicke / Abstand 1 mm
  • Axiale DWI (40 s.) TR 10000 ms / TE Minimum 22 Schichten mit 5 mm Dicke / Abstand 1 mm


Fallstudie 2

68-jährige Patientin mit Dysphasie und Symptomen auf der rechten Seite.


Normal CT scan
 
Axial T2
 
Caronal FLAIR
A   B   C
A. CT-Scan 5-6 Stunden nach dem Infarkt ergibt normale Befunde
B-C. Axiale T2 und Koronale FLAIR Aufnahmen zeigen ein Ödem im Bereich der linksseitigen mittleren Gehirnarterie

DWI
 
Apparent diffusion
 
 
D   E    
D-E. DWI und dargestellter Diffusionskoeffizent bestätigen den linksseitigen Schlaganfall.

Schnelles MR-Schlaganfall-Protokoll

  • Axiale T2 (36 s.) TR 3000 ms / TE 85 ms ETL 21 30 Schichten mit 4 mm Dicke / Abstand 0,5 mm
  • Koronale FLAIR (2:00 Min) TR 7500 ms / TE 107 ms 32 Schichten mit 4 mm Dicke / Abstand 1 mm
  • Axiale DWI (40 s.) TR 10000 ms / TE Minimum 22 Schichten mit 5 mm Dicke / Abstand 1 mm


Schlussfolgerung

Dieses durch die Signa™ HD 1.5T Plattform ermöglichte Protokoll kann an vorhandene Gehirngefäßprotokolle angepasst werden, um die Akquisitionszeit zu minimieren und gleichzeitig ein hoch diagnostisches Ergebnis zu erzielen. Durch den abkoppelbaren Patiententisch kann die Patientenvorbereitungszeit ebenfalls erheblich reduziert werden.

Ein schneller Zugang zu einem MR-Scan für akute Schlaganfallpatienten kann einen ersten CT-Scan ergänzen und somit die Behandlung des Patienten optimieren. Diese Technik ist sowohl machbar als auch erschwinglich und verursacht nur wenig Verzögerung für den MR-Terminplan.