PACS-Einführung am Universitätsklinikum Halle

PACS am Universitätsklinikum Halle

Universitätsklinikum mit neuem elektronischem Archiv für bildgebende Verfahren

Das „Tütenarchiv“ für Röntgenaufnahmen hat ausgedient: Das Universitätsklinikum der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg führt ein elektronisches Bildarchivierungs- und Bildverteilungssystem (PACS, Picture Archiving and Communication System) ein.

Etwa 120.000 radiologisch-diagnostische Untersuchungen – zum Beispiel Röntgen, CT und MR – werden jährlich von der Universitätsklinik und Poliklinik für Diagnostische Radiologie (Direktor Prof. Dr. Rolf Peter Spielmann) durchgeführt – dahinter können sich bei manchen Untersuchungen bis zu einigen tausend Einzelaufnahmen verbergen. Bisher wurden die entwickelten Röntgenfilme in „Röntgentüten“ archiviert. Bei einer gesetzlich vorgeschriebenen Archivierungszeit zwischen 10 und 30 Jahren entsteht eine ungeheure Menge an konventionellem Bildmaterial.

Durch das neue System von GE Healthcare werden die Bilder elektronisch gespeichert. In Sekundenbruchteilen sind sie dann im ganzen Universitätsklinikum verfügbar und können von zahlreichen Bildarbeitsplätzen angeschaut werden. Die Mediziner von den verschiedenen Universitätskliniken – von der Orthopädie bis zur Inneren Medizin – haben die Möglichkeit, gleichzeitig auf die Bilder zu zugreifen. So können bei Patienten mit mehreren Erkrankungen die Spezialisten verschiedener Abteilungen zur gleichen Zeit über Diagnose und Therapie anhand der Bilder beraten.

Es werden nur noch digitale Befunddaten vorhanden sein. Für die Sicherheit der Aufnahmen sorgen dreifache Speicherungsmöglichkeiten in unterschiedlichen Segmenten (Zentralserver, elektronisches Archiv und Aufnahmeort) sowie eine Software, die eine Manipulation der Bilder unmöglich macht, erklärte Dr. Jochen Focke, Leiter des Klinikrechenzentrums des Universitätsklinikums. Ein Vorteil von PACS sei auch, dass bei einer Wiederaufnahme von Patienten alle bisherigen Bilddaten in kürzester Zeit zur Verfügung stehen. Zudem kommt PACS der Umwelt zugute, da durch die elektronische Verarbeitung die Filmentwicklungsstrecke wegfällt.

Am 27. Juni 2006 fiel der Startschuss für die elektronische Archivierung der Bilder. Vertreter der Universitätsklinik und Poliklinik für Diagnostische Radiologie, des Klinikrechenzentrums sowie von GE Healthcare sahen sich die ersten Aufnahmen an einem der modernen Bildarbeitsplätze an. Dem Konzept liegt eine moderne Speichertechnologie zu Grunde, in der die Daten aus der Radiologie digital erfasst werden und den Ärzten dann online zur Verfügung stehen. Ergänzt wird PACS durch das Radiologische Informations-System RIS. Dieses übernimmt die Koordinierung der unterschiedlichen Untersuchungsaufträge.