Myombehandlung mit MRgFUS auf Erfolgskurs

Myombehandlung mit MRgFUS am Klinikum Dachau

Klinikum Dachau baut Kapazitäten aus - Techniker Krankenkasse (TK) übernimmt ab sofort die Therapiekosten

Am Klinikum Dachau steht die MR-gesteuerte fokussierte Ultraschalltherapie (MRgFUS) jetzt noch mehr Patientinnen mit Myombeschwerden als schonende Alternative zur OP zur Verfügung: Wegen der großen Nachfrage hat das Klinikum seine Kapazitäten ausgebaut und das neue FUS-Zentrum eröffnet. Darüber hinaus übernimmt die Techniker Krankenkasse (TK) im Rahmen einer integrierten Versorgung am Standort Dachau ab sofort die Kosten für das innovative Verfahren.

Bild: Dr. Matthias Matzko mit Patientin im neuen FUS-Zentrum am Klinikum Dachau

Fast jede dritte Frau im gebärfähigen Alter hat Myome. Diese Geschwülste der Gebärmutter sind zwar gutartig, bei rund einem Drittel der betroffenen Frauen verursachen sie jedoch Beschwerden und müssen behandelt werden. Myome sind zudem häufig die Ursache ungewollter Kinderlosigkeit. Mit der MR-gesteuerten fokusssierten Ultraschalltherapie, kurz MRgFUS, hat GE Healthcare in Zusammenarbeit mit InSightec ein schonendes, ambulantes Therapieverfahren entwickelt, mit dem diese Geschwülste ganz ohne Operation, völlig unblutig und schmerzarm entfernt werden können. Bei dem innovativen Verfahren werden die Myome durch gebündelte, hochintensive Ultraschallwellen bei Temperaturen zwischen 60 und 80 Grad eingeschmolzen. Die Planung und Steuerung erfolgt dabei durch einen Magnetresonanztomographen (MRT).

Am Klinikum Dachau wird das innovative Verfahren seit 2008 eingesetzt - mit großem Erfolg: Patientinnen aus ganz Deutschland und sogar aus dem Ausland kommen nach Dachau, um ihre Myombeschwerden mit dem innovativen Therapieverfahren ambulant und ganz ohne chirurgischen Eingriff behandeln zu lassen. Und die Nachfrage nach der schonenden, gebärmuttererhaltenden MRgFUS-Therapie für die zwar gutartigen, jedoch oft schmerzhaften Tumore steigt. "Seit Eröffnung im Sommer 2008 verzeichnen wir eine stetig wachsende Nachfrage aus dem In- und Ausland", berichtet Dr. Matthias Matzko, Chefarzt der klinischen und interventionellen Radiologie am Klinikum Dachau. Um den Patientinnen zeitnah Behandlungstermine anbieten zu können, hat das Klinikum jetzt seine Kapazitäten erweitert und das neue FUS-Zentrum eröffnet. In den neuen Räumlichkeiten mit einem zusätzlichen GE Magnetresonanztomographen speziell für den MRgFUS-Einsatz kann Dr. Matzko mit seinem Team nun deutlich mehr Patientinnen als bisher behandeln.


Techniker Krankenkasse übernimmt Therapiekosten am Standort Dachau


Erstmals profitieren nun auch Kassenpatientinnen von dem schonenden neuen Therapieverfahren: Als erste gesetzliche Krankenkasse übernimmt die Techniker Krankenkasse (TK) ab sofort die Kosten für eine MRgFUS-Therapie von Gebärmuttermyomen am Klinikum Dachau. Anlässlich der Inbetriebnahme des neuen FUS-Zentrums haben das Klinikum und die TK einen Versorgungsvertrag zur MRgFUS-Therapie abgeschlossen. Damit steht das innovative Verfahren, das bislang noch nicht zum Standard-Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen gehört, den bei der TK versicherten Patientinnen am Standort Dachau schon jetzt im Rahmen ihrer bestehenden Versicherungstarife als Therapieoption offen.

"Die TK möchte sinnvolle und vielversprechende medizinische Innovationen fördern. Durch unseren Vertrag profitieren Patientinnen mit Myomen schon jetzt von dieser schonenden Behandlung und müssen nicht erst Jahre auf deren Aufnahme in die Regelversorgung warten", sagt Immanuel Lütjohann, Leiter des Versorgungsmanagements bei der TK.

"Die neue so genannte MRgFUS-Therapie ist schonend und schmerzarm - eine Operation ist überflüssig, die Frauen können direkt im Anschluss nach Hause gehen. Und: Ihre Gebärmutter bleibt vollständig erhalten, weshalb sich das Verfahren besonders für Frauen mit Kinderwunsch eignet", lobt Lütjohann die Vorteile des innovativen Verfahrens.


MRgFUS beim "Girls'Day" im Bundeskanzleramt: Auch Angela Merkel ist beeindruckt


MRgFUS beim



MRgFUS-Präsentation am 21. April 2010 beim "Girls'Day" im Bundeskanzleramt in Berlin: Dr. Matthias Matzko, Leiter des FUS-Zentrums am Klinikum Dachau, erläutert Bundeskanzlerin Angela Merkel das Prinzip des Fokussierten Ultraschalls. Fotos: Techniker Krankenkasse


Das schonende Therapieverfahren für Myome, das nicht nur von Frauen mit Kinderwunsch immer mehr nachgefragt wird, machte jüngst sogar im Bundeskanzleramt Furore: Im Rahmen der zentralen Veranstaltung des "Girls'Day" wurde MRgFUS am Stand der TK vorgestellt. Sowohl bei den jungen Besucherinnen als auch bei den Medien war das Interesse groß, und auch Bundeskanzlerin Angela Merkel zeigte sich beeindruckt von dem innovativen Verfahren, das in Zukunft auch für andere Anwendungsbereiche - vor allem in der Onkologie - große Chancen verspricht.