AOK Bayern übernimmt Kosten für MRgFUS-Myomtherapie

Myombehandlung mit MRgFUS am Klinikum Dachau

Direktvertrag mit Klinikum Dachau regelt Kostenübernahme

Gute Nachrichten für Patientinnen mit Myombeschwerden: Ab sofort übernimmt die AOK Bayern die Kosten für die schonende MR-gesteuerte fokussierte Ultraschalltherapie (MRgFUS) am Klinikum Dachau. Dort wurde inzwischen die 200. Myomtherapie mit MRgFUS durchgeführt.

Das Klinikum Dachau, eine Tochter im Verbund der RHÖN-KLINIKUM AG, gehört zu den ersten Einrichtungen in Deutschland, welche das schonende MRgFUS-Verfahren zur Myomtherapie anbieten. Die Kosten dafür übernimmt ab sofort die AOK Bayern. „Damit machen wir unseren Versicherten eine innovative Behandlungsmethode zugänglich, die aus unserer Sicht nicht nur die Versorgung verbessert, sondern sogar die Lebensplanung entscheidend beeinflussen kann“, so Dr. Helmut Platzer, Vorstandsvorsitzender der AOK Bayern. Mit über 4,2 Millionen Versicherten ist die AOK Bayern die viertgrößte Krankenkasse in Deutschland und zugleich die größte regionale Krankenkasse.

„Wir freuen uns sehr, dass damit noch mehr Patientinnen von MRgFUS profitieren können“, so Dr. Matthias Matzko, Chefarzt der Abteilung für diagnostische und interventionelle Radiologie am Klinikum Dachau, der die Behandlungen mit seinen Mitarbeitern durchführt. Inzwischen haben Dr. Matzko und sein Team bereits 200 Myompatientinnen mit MRgFUS behandelt.


MRgFUS: Schonende Therapie von Gebärmuttermyomen


Von Gebärmuttermyomen sind etwa 20 bis 40 Prozent aller Frauen im gebärfähigen Alter betroffen. Diese Geschwülste sind zwar gutartig, bei rund einem Drittel der betroffenen Frauen verursachen sie jedoch Beschwerden wie Schmerzen und Blutungen. Oft sind sie auch der Grund für ungewollte Kinderlosigkeit. „Behandeln muss man Myome erst, wenn sie Beschwerden verursachen oder eine Schwangerschaft behindern könnten“, erklärt Prof. Dr. Gerlinde Debus, Chefärztin der Frauenklinik am Klinikum Dachau. Die Standardtherapie ist bisher eine Operation, bei der die Myome herausgeschält werden oder - bei ungünstiger Lage der Myome - sogar die Gebärmutter entfernt wird.

Mit der MR-gesteuerten fokussierten Ultraschalltherapie (MRgFUS) hat GE Healthcare in Zusammenarbeit mit InSightec eine schonende Alternative zur OP entwickelt: Das ambulante, nichtinvasive Therapieverfahren ermöglicht es, diese Geschwülste völlig unblutig und schmerzarm zu entfernen. Dabei werden die Myome durch gebündelte, hochintensive Ultraschallwellen unter Kontrolle eines Magnetresonanztomographen (MRT) bei Temperaturen zwischen 60 und 80 Grad punktgenau erhitzt, so dass sie abschmelzen. Benachbartes Gewebe wird nicht verletzt, die Gebärmutter bleibt vollständig erhalten: nicht nur für Frauen mit Kinderwunsch ein großer Vorteil der Myomtherapie mit MRgFUS. Zudem ist das Verfahren schmerzarm und die Patientinnen ersparen sich einen Krankenhausaufenthalt. Sie erhalten lediglich ein leichtes Beruhigungs- und Schmerzmittel und können ein paar Stunden nach der Behandlung wieder nach Hause gehen.

Am Klinikum Dachau wird das innovative Verfahren bereits seit 2008 eingesetzt. Wegen der stetig wachsenden Nachfrage hat das Klinikum im März 2010 seine Kapazitäten erweitert und das neue FUS-Zentrum eröffnet. „Wir haben hervorragende Behandlungsergebnisse“, so Dr. Matzko, „Patientinnen aus ganz Deutschland und auch aus dem Ausland kommen zu uns, um sich behandeln zu lassen.“ Allerdings müsse für jede Frau individuell geklärt werden, ob sie mit MRgFUS behandelt werden kann: „Das ist abhängig von der Lage und Größe der Myome“, erläutert Prof. Debus.


FUS-Zentrum Dachau: ZDF berichtet am 23. August 2010


ZDF-FernsehzuschauerInnen haben am Montag, den 23.08.2010 ab 9.05 Uhr Gelegenheit, mehr über das FUS-Zentrum in Dachau zu erfahren: Das Servicemagazin "Volle Kanne" berichtet über das Zentrum und das innovative MRgFUS-Verfahren zur Myombehandlung. Mehr zum Beitrag "Mit Ultraschall gegen Myome" unter