|
Schwerpunkt des Zentrums, das von der Radiologischen Praxis BORAD in enger Kooperation mit der Gynäkologie am Marienhospital betrieben wird, ist die nicht-invasive Behandlung von Uterusmyomen. Darüber hinaus wird dort erstmalig in Deutschland die Palliativbehandlung von Knochenmetastasen angeboten. Als erstes Zentrum in Europa verfügt die Einrichtung in Bottrop über einen neuen, flexiblen High Density MRgFUS-Transducer, der die Behandlung von Knochenmetastasen wesentlich vereinfacht. Das Zentrum wird außerdem an klinischen Studien der Firma InSightec teilnehmen. Im Rahmen einer speziellen Kinderwunschstudie soll gezeigt werden, daß MRgFUS die Fertilität bei Myompatientinnen wiederherstellen kann. Weitere Studienthemen sind die Behandlung des Mammakarzinoms mit MRgFUS sowie die Palliativbehandlung von Knochenmetastasen. |
|
Eröffnung des MRgFUS-Zentrums am Marienhospital in Bottrop, 27. Juni 2009 Im Rahmen der Eröffnungsveranstaltung fand ein Workshop für Ärzte statt, bei dem zunächst Dr. med. Hans-Christian Kolberg, Chefarzt Gynäkologie und Geburtshilfe am Marienhospital, das Krankheitsbild und die Behandlungsmöglichkeiten für Uterusmyome sowie die Indikationen für eine nicht-invasive Behandlung mit MRgFUS zusammenfasste. Danach stellte Dr. med. György Lövey, Facharzt für Strahlentherapie der Radiologischen Praxis BORAD und behandelnder Radiologe am MRgFUS, die technischen Grundlagen und den Behandlungsablauf des Verfahrens vor. Ein besonderes Highlight der Veranstaltung war der Vortrag von Dr. Jaron Rabinovici vom Sheba Medical Center in Tel Aviv, der als Gynäkologe zu den ersten Anwendern des MRgFUS gehört. Er stellte die weltweiten Erfahrungen und die aktuelle Studienlage vor. Anschließend hatten die Teilnehmer die Möglichkeit, das System zu besichtigen - die Technik wurde eindrucksvoll anhand eines Phantoms demonstriert. |
|
MRgFUS: Das unblutige Skalpell
Bei dem MRgFUS-Verfahren wird hochenergetischer Ultraschall in Kombination mit der Magnetresonanztomographie (MRT) zur Kontrolle und Steuerung verwendet. In einem speziellen abkoppelbaren MRT-Behandlungstisch ist ein Schallkopf integriert, der Gewebe punktgenau einschmelzen kann. Die Ultraschallwelle wird - ähnlich einer Lupe, die das Sonnenlicht bündelt - auf einen Punkt im Inneren des Myoms fokussiert. Dort wird eine lokale Temperatur von 60 bis 80 Grad Celsius erzeugt, wodurch das Myom eingeschmolzen wird, während das umliegende Gewebe verschont bleibt. Anschließend stößt der Körper das abgestorbene Gewebe ähnlich wie bei Infektionen selbstständig ab. Unter MRT-Kontrolle wird fortlaufend die Temperatur im Inneren des Körpers gemessen, so dass der behandelnde Arzt die Therapie stetig überwachen und den Erfolg überprüfen kann. Weltweit wurden bereits über 5.000 Patientinnen mit Uterusmyomen erfolgreich mit MRgFUS behandelt. Die Vorteile des innovativen Therapieverfahrens liegen auf der Hand: MRgFUS ermöglicht betroffenen Patientinnen eine nicht-invasive, ambulante Alternative zur OP. Offene chirurgische Eingriffe werden durch ein bildgeführtes unblutiges Verfahren ersetzt, das zwar technisch anspruchsvoll, jedoch äußerst schonend und nicht schmerzhaft ist. Der Eingriff erfolgt ambulant, die Patientin kann wenige Stunden später nach Hause gehen und in der Regel schon am nächsten Tag wieder ihren gewohnten Tätigkeiten nachgehen. Ein entscheidender Vorteil für Patientinnen im gebärfähigen Alter ist zudem, dass bei einer MRgFUS-Therapie von Myomen die Fertilität erhalten bleibt. "Die immer noch gängigste Behandlungsmethode für symptomatische Uterusmyome ist die Hysterektomie - die operative Entfernung der gesamten Gebärmutter", erläutert Dr. med. Hans-Christian Kolberg, Chefarzt Gynäkologie und Geburtshilfe am Marienhospital. "Bei vielen Patientinnen besteht jedoch der Wunsch nach einer gebärmutterschonenden Behandlungsmöglichkeit. Insbesondere für Myompatientinnen mit Kinderwunsch ist MRgFUS eine interessante Behandlungsalternative, wie internationale Studien belegen.“ |
Kostenübernahme durch Krankenkassen: Erste Hürden sind überwunden
|
MRgFUS in der Onkologie
Auch bei der Behandlung von Mammakarzinomen mit MRgFUS zeigen internationalen Studien bereits vielversprechende Ergebnisse. Weitere Anwendungen in der Onkologie, u.a. für die Behandlung von Hirn- und Lebertumoren, werden gegenwärtig klinisch erprobt. |


