MRT-gesteuerte fokussierte Ultraschalltherapie  (MRgFUS)

MRT-gesteuerte fokussierte Ultraschalltherapie

Die nicht-invasive ambulante Alternative zur Operation

Mit der MRT-gesteuerten fokussierten Ultraschalltherapie (MRgFUS) bietet GE Healthcare in Kooperation mit InSightec eine schonende Behandlungsmethode für Uterusmyome. Weltweit wurden bereits mehr als 7.000 Patientinnen mit symptomatischen Uterusmyomen mit diesem Verfahren behandelt (Stand: August 2011*).

Darüber hinaus ist das Verfahren für die Behandlung von Adenomyose und für die Palliativbehandlung von Knochenmetastasen zugelassen. Gegenwärtig werden im Rahmen von klinischen Studien der Firma InSightec weitere onkologische Anwendungen erprobt, wie z.B. die Behandlung des Prostakarzinoms oder von Mammakarzinomen.

Über Uterusmyome


Uterusmyome sind die häufigsten gutartigen Tumore bei Frauen im gebärfähigen Alter. Es handelt sich hierbei um gutartige Geschwülste der Muskulatur der Gebärmutterwand, die bei ca. 70 Prozent aller Frauen auftreten und hierbei wiederum in ca. 25 Prozent der Fälle chronische Beschwerden verursachen. Uterusmyome können außerdem die Ursache für Infertilität sein. In Deutschland mussten im Jahr 2000 94.000 Patientinnen stationär aufgrund von Uterusmyomen behandelt werden. Nach Aussagen des NIH (National Institute of Health) der Vereinigten Staaten werden jährlich aufgrund von Uterusmyomen über 200.000 Hysterektomien (Entfernung der Gebärmutter) durchgeführt. Jetzt gibt es eine neue, schonendere Behandlungsmöglichkeit.


Das MRgFUS-Verfahren


Stellen Sie sich vor, Sie könnten die Kerne aus einem Apfel entfernen, ohne ihn aufzuschneiden. Die fokussierte Ultraschalltherapie in Kombination mit der Magnetresonanz-Tomographie (MRT) zur Kontrolle und Steuerung versetzt den Arzt in die Lage, Vergleichbares zu tun. Offene chirurgische Eingriffe werden durch ein bildgeführtes unblutiges Verfahren ersetzt.

Bei der fokussierten Ultraschalltherapie werden Ultraschallwellen gezielt im Inneren des Körpers so gebündelt, dass am sogenannten Fokuspunkt Wärme erzeugt wird. Nach einigen Sekunden Energieeinstrahlung werden dabei Temperaturen von 60-80°C erreicht, so dass das Gewebe am Fokuspunkt mit einer millimetergenauen Abgrenzung zu benachbarten Gewebearealen nekrotisiert wird. Mit Hilfe der MRT-Bildgebung wird die Behandlung geplant und in Echtzeit überwacht.

MRgFUS ist eine gemeinsame Entwicklung von GE Healthcare und InSightec. Die Therapie-Einheit ExAblate** wird dafür mit einem konventionellen MRT-System von GE Healthcare der Feldstärke 1,5T oder 3,0T kombiniert. Die Ultraschallelemente sind in dem abkoppelbaren ExAblate-Behandlungstisch integriert und werden über ein Computersystem elektronisch gesteuert. Somit können Fokuspunkte unterschiedlicher Größe und an verschiedenen Positionen erzeugt werden.

Das Verfahren besitzt seit 2002 die CE-Zulassung und ist seit November 2004 in den USA von der FDA (Food and Drug Administration) zur Behandlung von Uterusmyomen zugelassen.


Myombehandlung mit MRgFUS

Myombehandlung mit MRgFUS


Das Verfahren ist technisch anspruchsvoll, jedoch für die Patientin sehr schonend. Während der Behandlung liegt die Patientin bäuchlings in einem MRT. Ein leichtes Beruhigungsmittel sorgt für die Entspannung der Patientin, die aber immer bei Bewusstsein ist. Gezielt gebündelte Schallwellen werden nun direkt auf das Myom geleitet und somit wird das Gewebe punktgenau eingeschmolzen. Jeder Behandlungsschritt wird kontinuierlich mit Hilfe von MRT-Bildern überwacht. Anschließend stößt der Körper das abgestorbene Gewebe ähnlich wie bei Infektionen selbstständig ab. Nach der Behandlung muss die Patientin 1-2 Stunden ruhen und kann danach nach Hause gehen.


Weltweit bereits mehr als 7.000 Behandlungen


Mehr als 7.000 Patientinnen mit Uterusmyomen wurden mit dieser Methode bislang weltweit behandelt (Stand: August 2011*). Laut einer aktuellen Studie von Gorny et al. (2011) berichten 87,6% der Patientinnen über eine Verbesserung der Symptome 12 Monate nach MRgFUS.*** Die Komplikationsrate ist gering. Ein besonderer Vorteil dieses nicht-invasiven Verfahrens ist, dass die Uteruswand üblicherweise nicht verletzt wird und somit die Fertilität der Frau erhalten bleibt. Bisher gibt es Kenntnis von 84 Patientinnen (Stand: August 2011*) , die nach der MRgFUS-Behandlung schwanger wurden.

Gegenwärtig sind weltweit bereits 87 (Stand: September 2011*) ExAblate/GE MRgFUS-Systeme installiert, darunter auch die ersten Systeme in Deutschland. In der Radiologischen Gemeinschaftspraxis Rechener Str. in Bochum wurde im April 2008 die 1000. Patientin in Europa behandelt. Im Juni 2008 ist ein weiteres System am Amperklinikum in Dachau in Betrieb gegangen. Seit Juni 2009 steht die MRgFUS-Therapie auch am Marienhospital in Bottrop zur Verfügung.


Myombehandlungsformen im Vergleich


 
Gebärmutter-entfernung
Myomentfernung
Gebärmutter- Arterien-embolisation
MRgFUS
Krankenhaus-aufenthalt
meist 2-5 Tage
meist 1-3 Tage
in der Regel 1 Tag
meist nicht erforderlich
Rückkehr zu normalen Aktivitäten
meist mehrere Wochen
meist mehrere Wochen
ca. 10 Tage
in der Regel 1 Tag
Bleibt Fertilität erhalten?
nein
zum Teil erhöhtes Schwangerschafts-risiko (Kaiserschnitt, Abort)
eventuell nein
in der Regel ja
Nachteile
keine Schwangerschaft mehr möglich, psychische Belastung
eventuell erneute Therapie innerhalb von 5 Jahren notwendig
häufig Schmerztherapie nach OP; eventuell neue Therapie erforderlich
bisher noch keine Langzeitstudien


ExAblate One / ExAblate OR

Neue Systemplattform ExAblate One / ExAblate OR


Auf dem RSNA im November 2010 wurde die neue Produktplattform ExAblate One / ExAblate OR vorgestellt. Diese bietet sowohl hard- als auch softwareseitig eine Reihe von technischen Neu- und Weiterentwicklungen. Dadurch wird die Behandlung jetzt noch effizienter, so dass ein größerer Patientenkreis behandelt werden kann:

  • Verkürzte Behandlungszeiten
  • Erweiterte Patientenauswahl
  • Verbesserter Patientenkomfort
  • Aufrüstbar auf zukünftige Forschungsoptionen

    Technische Highlights:
  • 3D Planungstool für homogene und effiziente Ablation
  • "Interleaved"-Modus (überlappender Beschallungsmodus) mit automatischer Fokusanwahl zur Verkürzung der Kühlphasen
  • "Beam shaping" durch Auschalten einzelner Transducer-Elemente für optimale Anpassung an spezielle Anatomien und Vermeidung der Erhitzung kritischer Gewebestrukturen


Weitere Anwendungsbereiche in der Onkologie


Zukünftige Anwendungsbereiche der Methode sind weitreichend. Viele Anwendungen im Bereich der Onkologie werden gegenwärtig im Rahmen von Studien der Firma InSightec klinisch erprobt.

Aktuelle klinische Ergebnisse belegen das große Potential von MRgFUS für die Palliativbehandlung von Knochenmetastasen. Insbesondere für Patienten, die auf Strahlentherapie nicht ansprechen oder aufgrund der Dosisbegrenzung nicht weiter behandelbar sind, steht mit MRgFUS eine zusätzliche Therapieoption zur Verfügung, die in vielen Fällen eine unmittelbare Scherzlinderung ermöglicht. Diese Anwendung ist seit 2007 CE-zertifiziert.

Weitere Anwendungen des Verfahrens für die Behandlung von Hirn-, Prostata, Leber-, Brusttumoren werden gegenwärtig klinisch erprobt.


* Quelle: InSightec Ltd.
** Eine Marke von InSightec Ltd.
*** Gorny KR, Woodrum DA, Brown DL, Henrichsen TL, Weaver AL, Amrami KK, Hangiandreou NJ, Edmonson HA, Bouwsma EV, Stewart EA, Gostout BS, Ehman DA, Hesley GK. Magnetic Resonance-guided Focused Ultrasound of Uterine Leiomyomas: Review of a 12-month Outcome of 130 Clinical Patients, 2011, J Vasc Interv Radiol.


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MRgFUS am Klinikum Dachau

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2008 wurde das MRgFUS-System am Klinikum Dachau eröffnet. Damit haben Frauen mit Myombeschwerden nun auch im süddeutschen Raum Zugang zu dem schonenden Therapieverfahren.

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Patienteninformationsbroschüre (PDF)

Fragen & Antworten

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Wir haben für Sie die häufigsten und wichtigsten Fragen und Antworten zu MRgFUS zusammengestellt.

Kontakt

Für weitere Fragen zu MRgFUS stehen Ihnen unsere GE-ExpertInnen gerne unter mr.gehealthcaredeutschland@ge.com zur Verfügung.

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