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MRT gesteuerte fokussierte Ultraschalltherapie (MRgFUS)
Von der Diagnose zur Therapie: Mit der MRT gesteuerten fokussierten Ultraschalltherapie (MRgFUS) stellt GE Healthcare in Kooperation mit InSightec eine schonende Behandlungsmethode für die Frauenheilkunde vor. Weltweit wurden bereits mehr als 5.000 Patientinnen mit Uterusmyomen behandelt.
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Über Uterusmyome
Uterusmyome sind die häufigsten gutartigen Tumore bei Frauen im gebärfähigen Alter. Es handelt sich hierbei um gutartige Geschwülste der Muskulatur der Gebärmutterwand, die bei ca. 70 Prozent aller Frauen auftreten und hierbei wiederum in ca. 25 Prozent der Fälle chronische Beschwerden verursachen. Uterusmyome sind außerdem in vielen Fällen die Ursache für ungewollte Kinderlosigkeit. In Deutschland mussten im Jahr 2000 94.000 Patientinnen stationär aufgrund von Uterusmyomen behandelt werden. Nach Aussagen des NIH (National Institute of Health) werden jährlich aufgrund von Uterusmyomen über 200.000 Hysterektomien (Entfernung der Gebärmutter) durchgeführt. Jetzt gibt es eine neue, schonendere Behandlungsmöglichkeit.
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Das unblutige Skalpell
Stellen Sie sich vor, Sie könnten die Kerne aus einem Apfel entfernen, ohne ihn aufzuschneiden. Die hochfokussierte Ultraschalltherapie in Kombination mit der Magnetresonanz-Tomographie (MRT) zur Kontrolle und Steuerung versetzt den Arzt in die Lage, Vergleichbares zu tun. Offene chirurgische Eingriffe werden durch ein bildgeführtes unblutiges Verfahren ersetzt.
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Weltweit bereits mehr als 5.000 Behandlungen
Seit fünf Jahren werden an der Charité in Berlin im Rahmen internationaler Studien modernste MR-Technologien in Kombination mit hochfokussiertem Ultraschall erprobt. Mehr als 5.000 Patienten wurden mit dieser Methode bislang weltweit behandelt, in Berlin etwa 250. Mit Erfolg: Es gibt keine Blutungen und Narben, die Behandlung ist schmerzfrei, Patienten ersparen sich den Krankenhausaufenthalt.
Die MRT gestützte fokussierte Ultraschalltherapie ist eine gemeinsame Entwicklung von GE Healthcare und InSightec.
In einem speziellen abkoppelbaren MR-Untersuchungstisch ist ein Schallkopf integriert, der Tumore lokal einschmelzen kann. Das Verfahren ist seit November 2004 in den USA von der FDA (Food and Drug Administration) zur Behandlung von Uterusmyomen zugelassen.
Gegenwärtig sind weltweit bereits 64 (Stand November 2008) MRgFUS Systeme installiert, darunter auch die ersten Systeme in Deutschland an der Berliner Charité-Universitätsklinik sowie in der Radiologischen Gemeinschaftspraxis Rechener Str. in Bochum, wo im April 2008 die 1000. Patientin in Europa behandelt wurde. Im Juni 2008 ist ein drittes System am Amperklinikum in Dachau in Betrieb gegangen.
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So funktioniert die MRT gesteuerte fokussierte Ultraschalltherapie
Das Verfahren ist technisch anspruchsvoll, jedoch für die Patientin äußerst schonend. Während der Behandlung liegt sie in einer MRT-Röhre bäuchlings auf einem Gelkissen. Gezielt gebündelte Schallwellen werden nun schmerzfrei direkt auf das Myom geleitet. Jeder Behandlungsschritt wird kontinuierlich mit Hilfe von MR-Bildern überwacht. In zwei bis vier Stunden werden die Uterusmyome bei einer Temperatur von 60 bis 80 Grad Celsius eingeschmolzen. Anschließend stößt der Körper das abgestorbene Gewebe ähnlich wie bei Infektionen selbstständig ab. Die Frauen können nach der Behandlung sofort nach Hause gehen.
„Die Verknüpfung der fokussierten Schalltherapie mit der MR-Tomographie ermöglicht eine sehr hohe Zielgenauigkeit und eine Echtzeit-Effektivitätsüberwachung mittels thermosensitiver Sequenzen, ein großer Vorteil gegenüber Methoden, die nicht MR-gesteuert sind. Das rechtfertigt auch den hohen technischen Aufwand und bietet zukünftig sicher große Chancen in der Therapie von Brustkrebs oder von Knochen- und Lebertumoren“, erläutert Prof. emer. Dr. Dr. Roland Felix, der als früherer Leiter der Klinik für Strahlenheilkunde der Charité im Campus Virchow Klinikum umfangreiche Studien zu MRgFUS betreut hat.
Die bisherigen Ergebnisse der Studie sind vielversprechend. 70 Prozent der Patientinnen berichteten über eine wesentliche Verbesserung der Symptome. Die Komplikationsrate liegt bei unter drei Prozent. Das Verfahren selbst ist nicht schmerzhaft, zur Entspannung wird während der Behandlung lediglich ein angstlösendes Mittel verabreicht. Für Frauen im gebärfähigen Alter ist ebenfalls wichtig, daß die Fertilität (Fruchtbarkeit) erhalten bleibt.
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Myombehandlungsformen im Vergleich
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Gebärmutter-entfernung |
Myomentfernung
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Gebärmutter- Arterien-embolisation
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MRgFUS
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Krankenhaus-aufenthalt
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2-5 Tage
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1-3 Tage
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1 Tag
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0
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Komplikationsrate
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2-50%
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2-34%
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während des Eingriffs: 25%, postoperativ: 72%
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< 3%
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Rückkehr zu normalen Aktivitäten
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28-56 Tage
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44 Tage
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10 Tage
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1 Tag
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Bleibt Fertilität erhalten ?
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nein
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bei ca. 50% der Frauen erhöhtes Schwangerschafts-risiko (Kaiserschnitt, Abort)
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ja
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Ja (Studie noch nicht abgeschlossen)
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Nachteile
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keine Schwangerschaft mehr möglich, psychische Belastung
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bei 51% erneute Therapie innerhalb von 5 Jahren
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Häufig Schmerztherapie nach OP; bei 29% neue Therapie
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Bisher noch keine Langzeitstudien
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Weitere Anwendungsbereiche werden erprobt
Hochintensive fokussierte Schallwellen gewinnen als nichtinvasive Therapieform in der modernen Medizin immer mehr an Bedeutung und das nicht nur im Bereich der Frauenheilkunde. Weitere Anwendungen für die Behandlung von Hirn-, Leber-, Brust- und Knochentumoren werden gegenwärtig klinisch erprobt.
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