Warum werden Myome entfernt, wenn es doch gutartige Tumore sind?
Diese Frage kann im Einzelfall nur ein Arzt beantworten. Grundsätzlich verhält es sich so, dass Myome gutartige Geschwülste der Gebärmutter sind. Etwa 20% bis 40% der Frauen im gebärfähigen Alter haben Myome, viele davon bleiben unbemerkt. Je nach Größe und Lage können Myome jedoch Beschwerden verursachen wie zum Beispiel Schmerzen, starke Blutungen oder Druck auf die Blase. Solche Beschwerden können das Leben der betroffenen Frauen stark beeinträchtigen. Myome können auch die Ursache für ungewollte Kinderlosigkeit sein. Dies ist selbstverständlich mit einem Arzt abzuklären. Bundesweit werden jedes Jahr mehr als 80.000 Patientinnen wegen Uterusmyomen stationär behandelt. In vielen Fällen wird dabei die Gebärmutter entfernt. Treten durch Myome keine Beschwerden auf, so ist eine Behandlung meist nicht notwendig. Das weitere Vorgehen sollte in jedem Fall mit dem behandelnden Arzt geklärt werden.
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Was unterscheidet die neuartige MRT-gesteuerte fokussierte Ultraschalltherapie (MRgFUS) von anderen Behandlungsmöglichkeiten?
Die gegenwärtig am häufigsten eingesetzte Therapieform ist ein operativer Eingriff. Dabei wird entweder nur das Myom oder die gesamte Gebärmutter (Hysterektomie) operativ entfernt. Operationen erfordern meist eine Narkose sowie einen Krankenhausaufenthalt und können Narben hinterlassen, die sich negativ auf die Möglichkeit, Kinder zu bekommen, auswirken können. Eine neuere, aber relativ selten angewandte Methode zur Behandlung von Uterusmyomen ist die Gebärmutter-Arterienembolisation. Dabei wird die Blutzufuhr zum Myom unterbunden, indem das versorgende Gefäß „verstopft“ wird. Der Tumor wird dadurch „ausgehungert“. Dieses Verfahren kann sehr schmerzhaft sein.
Die MRT-gesteuerte fokussierte Ultraschalltherapie (MRgFUS) ist ein für die Patientin sehr schonendes Verfahren, bei dem das Myom mit Hilfe von hochenergetischem Ultraschall eingeschmolzen wird. Die Behandlung erfolgt in einem Magnetresonanztomographen und wird somit in Echtzeit – auch hinsichtlich der Temperaturentwicklung im Gewebe – überwacht. Es handelt es sich um ein lokalisiertes Verfahren, das einen offenen chirurgischen Eingriff ersetzt. Die Behandlung dauert meist - je nach Größe des Myoms - ca. zwei bis vier Stunden und kann ambulant erfolgen. Die Patientin bekommt keine Narkose, es wird während der Behandlung lediglich ein leichtes Beruhigungsmittel verabreicht. Ein weiterer Krankenhausaufenthalt entfällt meist.
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Gibt es Fälle, bei denen MRgFUS nicht zur Anwendung kommen kann?
Nicht alle Myome sind für die Behandlung mit der MRT-gesteuerten fokussierten Ultraschalltherapie geeignet. Im Einzelfall muss darüber der behandelnde Arzt entscheiden. Ob die Myome mit der neuen Behandlungsform therapierbar sind, hängt von der Lage, der Größe und der Anzahl der Myome ab. Um zu prüfen, ob ein oder mehrere Myome mit MRgFUS behandelt werden können, sind Voruntersuchungen erforderlich. Dazu gehören auch MRT-Aufnahmen des Beckens.
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Wie sicher ist MRgFUS?
Die Ultraschalltherapie erfolgt unter unmittelbarer Bildkontrolle mithilfe des MR-Tomographen. Dadurch weist das Verfahren grundsätzlich eine hohe Sicherheit und Genauigkeit auf. Bis jetzt wurden weltweit über 7.000 Patientinnen mit dem neuen Therapieverfahren behandelt (Stand August 2011*). Die Komplikationsrate ist bislang gering. Zu den auftretenden Komplikationen zählen z.B. leichtes Fieber oder Hautrötungen sowie Unterleibsschmerzen.
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Welche Krankenhäuser bieten MRgFUS an?
Zur Zeit sind weltweit 87 ExAblate/GE MRgFUS-Systeme installiert (Stand August 2011*), davon vier Systeme in Deutschland. Erstmals in Deutschland wurde die MRT gesteuerte fokussierte Ultraschalltherapie von der Charité in Berlin angeboten, die jedoch vorwiegend im Forschungsbereich tätig ist. Aktuell bieten die folgenden Einrichtungen in Deutschland die Myombehandlung mit MRgFUS an:
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Werden die Kosten von MRgFUS von Krankenkassen in Deutschland übernommen?
Die MRgFUS-Zentren in Dachau und Bottrop haben inzwischen (Stand: August 2011) eine Kostenübernahmeregelung (im Rahmen der abgeschlossenen Versicherungstarife) für Myombehandlungen durch MRgFUS mit der DEBEKA erhalten. Als erste gesetzliche Krankenkassen übernehmen jetzt (Stand 2011) auch die Techniker Krankenkasse (TK) und die AOK Bayern im Rahmen eines Versorgungsvertrages mit dem Klinikum Dachau die Kosten für die Myombehandlung mit MRgFUS. Für andere Krankenkassen steht eine entsprechende Kostenübernahmeregelung noch aus. Voraussetzung für die Kostenübernahme ist, dass der behandelnde Arzt die Therapieform für geeignet hält.
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Wie wirkt sich MRgFUS auf die Möglichkeiten aus, schwanger zu werden?
Für Frauen mit Kinderwunsch kann dieses Verfahren Vorteile bieten, da die Gebärmutterwand üblicherweise unverletzt bleibt und nur das Myom eingeschmolzen wird. Bisher gibt es Kenntnis von 84 Patientinnen, die nach der MRgFUS-Behandlung schwanger wurden (Stand: August 2011*). Auch in Bochum und in Dachau wurden bereits Babys von Frauen geboren, die sich einer MRgFUS-Therapie unterzogen hatten. Weitere Informationen dazu finden Sie in unser Fallstudie.
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Welche weiteren Anwendungsgebiete gibt es für MRgFUS?
Die Anwendungsgebiete dieser Therapie sind vielfältig. Seit 2007 ist das Verfahren auch für die Schmerzbehandlung bei Knochenmetastasen zugelassen. Das FUS-Center am Marienhospital in Bottrop bietet erstmals in Deutschland diese Behandlungsoption für Patienten mit schmerzhaften Knochenmetastasen an. Weitere Anwendungen im onkologischen Bereich werden gegenwärtig im Rahmen von klinischen Studien erprobt. Die Radiologische Praxis in Bochum nimmt in Zusammenarbeit mit der Universität Bochum an einer Studie zur Behandlung von Brustkrebs teil. Auch wird im Hinblick auf die Bekämpfung von Prostatakarzinomen und bei der Therapie von neurologischen Erkrankungen geforscht.
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